Gruppen- gymnasik
 
 
  Grundlagen zur Morbus Bechterew
Gymnastik in der Gruppe
 
Abkürzungs-verzeichnis

Da bei der Spondylitis ankylosans nach wie vor eine kausale Therapie fehlt kommt der Gymnastik ein großer Stellenwert zu. Ziel ist die Verbesserung bzw. das Erhalten von Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer. Dies soll bei einem möglichen Versteifen der Wirbelsäule oder auch von peripheren Gelenken, als Voraussetzung für die funktionell günstigste Stellung dienen.
 

Konzept für eine
Gefäßpruppe
     
 
INHALT
Haltung
Allgemeines
Ausdauer
Kraft
Dehnen
Spiele
     
   
  Haltung
  Die Erkrankung, die in einem Großteil der Fälle am Achsenskelett beginnt (87% der MB Fälle beginnen am SIG) und sich von caudal nach cranial ausbreitet, zwingt den Betroffenen –schmerzbedingt- in eine ganz bestimmte Haltung.
   
  Durch die Veränderung der statischen Verhältnisse, ändern sich die biomechanischen Kraftverhältnisse. Einige Muskelgruppen werden aufgrund der Annäherung von Ursprung und Ansatz aktiv insuffizient, andere wiederum, werden durch Vergrößerung der Distanz von Ursprung und Ansatz, gedehnt.
   
 
  Der typische Verlauf eines schweren Falles von Morbus Bechterew mit starker Versteifung und Behinderung: ein Verlauf, der bei den heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten glücklicherweise selten vorkommt.
  Das Becken wird so gestellt, daß das Sacrum senkrecht steht, da diese Position schwerkraftbedingte Muskelarbeit verringert und den Schmerz lindert.
Die Hüftgelenke stehen durch das steilgestellte Becken in vermehrter Extension und die Vorfüße in Dorsal Extension.
Die BWS kann einerseits physiologisch geformt auf der LWS ruhen, andererseits aber auch skoliotisch verformt sein, jedenfalls aber neigt sie sich durch den Unterbau nach ventral. Dies kann durch die Rückenmuskulatur kompensiert sein oder sich auch in einer auffälligen Kyphose zeigen.
Durch diese Voraussetzungen kann es soweit kommen, daß die HWS dauernd in Hyperlordose gehalten werden muß um ein annähernd normalgroßes Gesichtsfeld bewahren zu können.
Diesen Veränderungen gilt es durch gezielte Gymnastik entgegenzuwirken.
     
 
  Allgemeines
  Der schubweise Verlauf der Erkrankung erschwert die Führung einer MB-Gruppe insofern, als die einzelnen Teilnehmer sich einerseits nicht im selben Stadium der Erkrankung befinden und andererseits nicht die selbe Entzündungsaktivität aufweisen müssen.
Prinzipiell ist ein Schubgeschehen eine Kontraindikation für die Gymnastik aber bestimmte Dehntechniken können sofern es der Schmerz zuläßt und sich nicht verstärkt durchgeführt werden.
  Bei der Übernahme der Gruppe einen Leistungscheck der Teilnehmer durchzuführen und individuelle Defizite gezielt zu beheben, ist für die Erreichung eines eventuellen Gruppenzieles günstig.
  Im allgemeinen gelten die Grundlagen der Trainingslehre.
     
   
    Ausdauer
    Die Möglichkeiten des Ausdauertrainings sind allein schon durch die zeitliche Begrenzung im Rahmen der MB Gruppe eher gering. Die Patienten müssen aber aufgeklärt werden, daß das Training der Ausdauer die allgemeine Leistungsfähigkeit verbessert.
     
    Trotzdem es in der Gruppe ist;
Sobald der Schmerz es zuläßt sollte einem Ausdauertraining nichts im Weg stehen. Niedrige Intensität und längere Zeitdauer gelten als hiebei als Parameter um eine möglichst gute Grundlagenausdauer zu erreichen oder zu halten.
     
   
  Kraft
    Das Krafttraining bedarf besonderer Überlegung, da die durch die Erkrankung hervorgerufene Haltung nicht noch unterstützt und bestärkt werden soll, sondern ganz im Gegenteil durch aktive Muskelarbeit aus dieser, begrenzenden bis beschränkenden Haltung heraus gearbeitet werden soll. Die gezielte Aktivierung und Kräftigung der dorsalen Kette im oberen BWS- Bereich zur Ext.-Förderung und der ventralen Muskulatur im Abdominalbereich zur rumpfbeweglichkeit müssen im Vordergrund einer MB Gymnastik stehen. Der Kenntnis der muskulären Zusammenhänge muß daher besonders Rechnung getragen werden.
Als Grundvoraussetzung für ein Krafttraining muß ein schubfreies Intervall gelten.
     
   
    Dehnen
  Dehnungsübungen gehören als fixer Bestandteil zu jeder MB-Gruppe um der Verkürzung der Muskeln entgegenzuwirken.
  Es bieten sich verschiedene Techniken der Muskeldehnung an, welche im Anschluß dargestellt sind.
   
 
   
  Im Zuge der MB-Gymnastik in der Gruppe werden die aktiven Techniken der neuromuskulären Dehnübungen und außerdem die Schwunggymnastik ggü. den statischen und PIR`s bevorzugt.
   
   
    Spiele
  Sie sollten vom Charakter her so gestaltet sein, daß sie keine hohen Belastungsspitzen in den Gelenken hervorrufen (Sprung- Laufsport), sowie von der sportartspezifischen Haltung her nicht der pathologischen Haltung ähneln (Eishockey).